Grandios: Tristan Schwandke löst Olympia-Ticket 2021 ist sein Jahr

Tristan Schwandke wirft bayerische Rekorde in Serie, gewinnt Teamgold beim Werfercup in Split, katapultiert sich in die Weltspitze, siegt beim internationalen Leichtathletik-Meeting in Luzern und ist seit 13 Jahren der erste deutsche Hammerwerfer, der sich für eine Teilnahme an Olympischen Spielen qualifiziert. 

Grund genug, seine Karriere, seine Höhen und Tiefen aufzuzeichnen und sich auch mit einer der Kernfragen im Leistungssport zu beschäftigen: Doping. Der 29-jährige Maschinenbauingenieur vom TV Hindelang kann es noch gar nicht realisieren. Er hat sich als erster deutscher Hammerwerfer seit 13 Jahren für die Teilnahme an Olympischen Spielen qualifiziert. Über die Eventrankingliste sicherte er sich mit Platz 32 das Flugticket ins Land der aufgehenden Sonne. Hier wird er am 2. August um 02.00 Uhr Bad Hindelanger Ortszeit um die Qualifikation für den Endkampf in Tokio werfen. An diesem Tag wird im Olympiastadion der 10-Millionen-Metropole (der Ballungsraum Tokios zählt mehr als 37 Millionen Menschen) der Name der gut 5000 Einwohner zählenden Oberallgäuer Gemeinde Bad Hindelang aus den Lautsprechern tönen und Tristan Schwandke vom TV Hindelang als Teilnehmer des Qualifikationswettkampfs ankündigen. Sollte er dort erfolgreich sein, stünde er am 4. August um 11.30 Uhr im Finale der besten 12. Um diese Leistung besser einordnen zu können, ist ein Blick auf die Olympische Geschichte des deutschen Hammerwurfs erforderlich. 13 lange Jahre mussten vergehen, bevor ein deutscher Hammerwerfer (die Frauen waren hier, u.a. mit der ehemaligen Weltrekordhalterin Betty Heidler, wesentlich erfolgreicher und auch präsenter) das olympische Feuer live aus dem Wurfring betrachten konnte. Tristans erklärtes Ziel ist es, mindestens Rang 12 zu erreichen, also die Vorrunden erfolgreich zu überstehen. Damit gelänge ihm eine kleine Sensation, denn im Finale war letztmals vor mehr als einem Vierteljahrhundert ein deutscher Hammerwerfer vertreten. Dies zeigt, wie schwierig es ist, bei Olympia zu punkten. Hunderttausende von Athleten konnten ihren Traum von einer Teilnahme niemals erfüllen. Hinzu kommt eine durch Corona immer wieder unterbrochene und gestörte Vorbereitungszeit. Schauen wir auf die Medaillenausbeute im Hammerwurf, so gab es bei allen Spielen von 1896 bis heute lediglich 7 deutsche Medaillen (darunter nur eine Goldversion von Karl Hein aus dem Jahr 1936). Karl-Heinz Riem (Silber mit 77,98m) und Klaus Ploghaus (Bronze mit 76,68m) gewannen 1984 in Los Angeles die letzten Medaillen. Ohne deren Leistung schmälern zu wollen, ist zu berücksichtigen, dass in jenem Jahr nahezu alle Werfer der großen Hammerwurfnationen aus den ehemaligen Ostblockstaaten aufgrund des Olympiaboykotts gar nicht in den Ring stiegen. Vor diesem Hintergrund erkennt man sehr rasch, wie schwer es ist, sich erstens im Olympiafeld zu positionieren und zweitens dann auch zu behaupten. Und natürlich kann man so auch Tristans diesjährige Leistung erheblich besser einordnen. Deutschland ist im internationalen Vergleich nie eine starke Hammerwurf-Nation gewesen. Die Gründe liegen in einer nicht so ausgeprägten Tradition und im System des Leistungssports hierzulande. Laufen kann man ab dem 1. Lebensjahr und sehr schnell laufen sicherlich spätestens ab dem 18. Lebensjahr. Die Karriere eines Leistungssportlers im Lauf lässt sich damit viel besser den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einer Biographie anpassen. Im Hammerwurf wird der Leistungszenit zwischen dem 27. und 32. Lebensjahr erreicht; so dass sich der Sportler um seine berufliche Karriere und das finanzielle Auskommen auch dann noch sorgen muss, wenn andere bereits ihrer Sportkarriere erfolgreich beendet haben und nahtlos ins Berufsleben starten; einige “frühreife” Athleten und vor allem die offenkundig und unerkannt gebliebenen Werfer aus Arztpraxis und/oder Apotheke einmal ausgenommen. Doping ist leider fester Bestandteil des Leistungssports; das war so und wird vermutlich auch in Zukunft so bleiben. Es gab und gibt Athleten, die leistungssteigernde Mittel in einer Menge einnehmen, mit der man 30 Tiere eines Rindermastbetriebs innerhalb kürzester Zeit aufs Schlachtgewicht bringen könnte. In den Medien wird leider zu wenig darüber berichtet, auch zu wenig über die Spätfolgen dieses kriminellen Handelns; wenn etwa bösartige Tumore in den Fortpflanzungsorganen, der Leber und den Nieren ihr zerstörerisches Werk verrichten, wenn multiples Organversagen zur Versaftung des eigenen Körpers führt und das Herz aufgrund chronischer Überlastung plötzlich und unerwartet dem ganzen Dopingspuk ein makabres Ende bereitet. Zumindest in Deutschland hat man in den vergangenen Jahren sehr viel dafür getan, diesem Wildwuchs mit einem flächendeckenden Kontrollsystem zu begegnen. Im internationalen Vergleich kann sich das sehen lassen. Die Zahl der Dopingsünder ist von Flensburg bis Oberammergau überschaubar. Zahlreiche Reportagen belegen aber, dass Kontrollsysteme in einigen Ländern kaum greifen. Die Dunkelziffer dürfte insgesamt hoch sein und am Ende muss jeder Athlet für sich selbst Rechenschaft ablegen und die Frage beantworten, welchen Wert eine gute Platzierung, ein Sieg oder gar eine Goldmedaille bei Olympischen Spielen hat, wenn sie mit Hilfe leistungssteigernder Pharmaprodukte erzielt wurde? Wenn von sauberem Sport die Rede ist, liegt es nahe, dass es eine Gruppe “verschmutzter” oder “unsauberer” Sportler geben muss. Nun kann man davon ausgehen, dass gedopte Athleten sich genauso regelmäßig oder unregelmäßig waschen wie jene, die keine verbotenen Substanzen zu sich nehmen. Doping im Sport ist keine oberflächliche Verschmutzung, Doping ist handfester Betrug und in letzter Konsequenz auch kriminell. Würde in den Schlagzeilen der gedopte Sportler zum kriminellen Betrüger deklariert, hätte dies zumindest eine verbal abschreckende Wirkung. Eine lebenslange Sperre könnte der Schlüssel zum erfolgreiche Kampf gegen Doping sein. Ein Blick auf die Entwicklung von Weltrekorden in den einzelnen Disziplinen bietet mehr Informationen als der Beipackzettel jeder verbotenen Substanz. Wer sich mit diesem Thema noch nie oder nur am Rande beschäftigt hat, sollte wissen, dass sich auch nicht so talentierte Dopingsünder gegenüber sauberen Athleten problemlos Vorteile verschaffen können, die von diesen auch in Bestform nicht zu übertreffen sind. Kraft, Ausdauer, Konzentration, Aggression und vor allem die so wichtige Regeneration lassen sich mit Hilfe der Medizin so kontrollieren, dass die saubere Konkurrenz nicht der Hauch einer Siegchance hat. Merkwürdig muten da immer wieder die Relativierungen von einigen Sportlern und manchen Trainern an, dass Doping bei technisch anspruchsvollen Disziplinen keine oder weniger “Früchte” trage. Diese ahnungslosen Träumer und Ignoranten scheinen nicht zu wissen, dass selbst beim Schachspiel gedopt wird.In diesem Zusammenhang – das “Spiel der Könige” einmal ausgenommen – wäre es in der Tat spannend zu wissen, wie die Rang- und Weltrekordlisten in der Leichtathletik wohl aussähen, wenn man sie sozusagen posthum um die gedopte Liga bereinigen könnte. Wer Freude am Recherchieren hat, findet auf Wikipedia attraktive Übersichten zu den Olympischen Spielen, den Ranglisten, Medaillengewinnern und Teilnehmern in nahezu allen Sportarten. Am spannendsten sind natürlich die Biographien der Athleten, denn dort findet man – sofern aktenkundig geworden – auch gleich die entsprechenden Dopingsperren. Solch eine Recherche lohnt sich auf bei den 32 Athleten, die sich aktuell qualifiziert haben, denn Lesen bildet bekanntlich und man gewinnt immer wieder neue Erkenntnisse. Nicht entgehen lassen sollte sich der geneigte Leser darüber hinaus die Entwicklung der Wettkampfweiten und Weltrekorde sowie ihre plötzlich Stagnation bis hin zur “Unmöglichkeit” jemals wieder einen neuen Weltrekord aufstellen zu können. In Tokio will die Weltantidoping-Agentur erstmals ein neues Testverfahren einsetzen, mit dessen Hilfe erheblich mehr Athleten überwacht werden können. Ziel muss es sein, dass Dopingsünder in einen permanenten Zustand der Ungewissheit versetzt werden. Sie müssen spüren, dass es jeden Tag mit ihrer Pseudosportlerkarriere aus sein kann. 

Doch nun zurück in Tristans sensationelles Hammerwurfjahr 2021 und wie es ihm gelungen ist, nach fast 20 Jahren in den “Olymp” aufgenommen zu werden. 

Ein Rückblick: Der 23. Mai 2021 wird in den Geschichtsbüchern des deutschen Hammerwerfens sicherlich einen festen Raum einnehmen. Und Tristan wird er ganz besonders in Erinnerung bleiben. Der Deutsche Meister und bayerische Rekordhalter feierte an diesem Tag während des Hammerwurfmeetings in Haßloch seinen 29. Geburtstag. Nach 18 Jahren Training sollte es ein ganz besonderer Tag für ihn werden. Bereits am 15. Mai hatte er beim Halleschen Werfermeeting mit einem Wurf auf 74,25 m den exakt ein Vierteljahrhundert gültigen bayerischen Rekord von Alexander Sporrer um 9 cm überworfen. An seinem Geburtstag pulverisierte er seinen eigenen, erst 8 Tage alten bayerischen Rekord mit jedem Wurf in Serie, bis er schließlich mit seinem sechsten und letzten, sensationellen “Treffer” auf 76,71 m seine hallesche Bestweite um fast zweieinhalb Meter übertraf. Damit katapultierte sich der Bad Hindelanger Hammerwerfer auf Platz 23 der Weltrangliste, schrieb sich in die ewige Bestenliste der deutschen Leichtathleten, positionierte sich in der Weltspitze und schaffte eine Weite, die hierzulande zuletzt 2013 erreicht wurde; eine ganze deutsche Hammerwurfgeneration liegt dazwischen. 

Der Herr aller Ringe: Bei den deutschen Meisterschaften in Braunschweig am 5. Juni holte sich der diesjährige Goldmedaillengewinner beim Team-Europacup der Werfer zum dritten Mal in Folge den Deutschen Meistertitel und nur eine Woche später konnte Tristan Schwandke mit einem grandiosen Wurf von 76,03 Metern in Fränkisch-Crumbach weitere wertvolle Punkte für die Olympiaqualifikation sammeln. Einmal mehr bewies er, der Herr aller Ringe in Deutschland zu sein. 9480 Kilometer lang ist der Weg von Bad Hindelang nach Tokio. Zur Norm für die Teilnahme an den Olympischen Spielen fehlten ihm jetzt gerade noch 79 cm. Zu keinem Zeitpunkt ist er besser in Form gewesen – nichts schien unmöglich, denn seit drei Jahren steigt Tristans Leistungskurve kontinuierlich an. Für die Spiele 2021 wurde neben der Normweite eine Eventranking-Liste als Qualifikationskriterium eingeführt. Am Ende bekommen die besten 32 ihr Ticket für die Olympischen Spiele. Während der Saison schwankten Tristans Platzierungen zwischen 23 und 36, Teilnahme und Ausscheiden aus dem Rennen um Tokio lagen eng beieinander. Da fällt es nicht leicht, sich immer wieder auf den nächsten Wettkampf zu konzentrieren, denn der Druck erhöht sich von Woche zu Woche. Für Tristan hielt er bis zum heutigen Nominierungstag an. Nach seinem letzten Wettkampf beim Internationalen Leichtathletik-Meeting in Luzern am 29. Juni (dies ist auch der letzte Tag für eine Qualifikation gewesen) konnte er sich mit seinem Sieg und 74,66m im hochkarätig besetzten Feld die nötigen Punkte holen und auf Rang 32 seine Teilnahme an den Olympischen Spielen sichern. 

Dabei verlief die Geschichte seiner sportlichen Karriere nicht immer so, wie es sich der junge Maschinenbauingenieur vorgestellt hatte. Jene, die einst mit ihm gemeinsam auf Wettkämpfen gegeneinander antraten, haben fast ausnahmslos aus verschiedenen Gründen dem Leistungssport die Schulter gezeigt und sich von ihm verabschiedet. Verletzungen, familiäre Bindungen, mangelnde finanzielle Unterstützung und die geringe Wertschätzung gegenüber einer hochsensiblen und technisch anspruchsvollen Sportart, sind nur einige der Gründe. Auch Tristan ist nicht immer frei von Zweifeln gewesen. Als Athlet, der fast täglich allein auf dem Bad Hindelanger Hammerwurfgelände anzutreffen ist, beim Krafttraining den “Einzelkampf” bevorzugt, Vollzeit arbeitet und “nebenbei” noch ein Fernstudium in Fahrzeugtechnik absolviert, sieht er sich Herausforderungen gegenübergestellt, von denen viele Leistungssportler noch nicht einmal gehört haben. Dass es im Winter im Oberallgäu bei minus 15° C und jeder Menge Neuschnee nicht immer leicht ist, sich für ein kräftezehrendes Hammerwurftraining zu erwärmen, versteht sich von selbst; ein Wurfhaus, wie es die großen Vereine nutzen, gibt es hier nicht. Warum, stellt man sich die Frage, entwickelt ein junger Mann trotz aller Widrigkeiten den Ehrgeiz, sich dennoch jeden Tag aufs Neue für s e i n Ziel zu motivieren? Pure Leidenschaft für den Hammerwurf. Die Antwort ist simpel: Triebfeder eines solchen Engagements ist pure Leidenschaft und die Unterstützung von Personen, denen er und die ihm kompromisslos vertrauen. Neben seinen Eltern – seine Mutter ist Sportlehrerin, sein Vater ist für das Kraft- und Gewichthebertraining verantwortlich – ist es das vor vier Jahren hinzugestoßene Schweizer Trainer-Team, Wolfgang und Björn Kötteritzsch, das Tristans Entwicklung der letzten Jahre maßgeblich geprägt haben; nicht zu vergessen Wolfgangs Frau, Roswitha, die dem agilen Hammerwerfer während seiner Trainingsaufenthalte in St. Gallen nicht nur eine gemütlich “Bleibe” herrichtet, sondern ihn mit Speis und Trank sowie Lunchpaketen bis hin zu vorgekochten Mahlzeiten für den Heimweg versorgt und in ihrem Rundum-Sorglospaket auch noch aufmunternde Worte verpackt, wenn es einmal nicht so gut läuft. Beide Trainer haben Tristan mit hoher Fachkenntnis einfühlsam und nachdrücklich die Kernelemente einer erfolgreichen Hammerwurftechnik beigebracht und ihn für die Feinheiten der Bewegungsabläufe im Ring sensibilisiert. Und dies meist aus der Ferne per täglicher Videoanalyse und von Zeit zu Zeit auch vor Ort in Bad Hindelang oder im Schweizer St. Gallen. Dieses Umfeld, das von Vertrauen, Freundschaft und Passion für den Hammerwurfsport geprägt ist, hat Tristan in den letzten Jahren reifen lassen und aus ihm einen fast perfekten Hammerwerfer gemacht. Zwanzig Jahre Training mit allen Höhen und Tiefen liegen hinter ihm. Jetzt wurde Tristans außerordentliches Engagement mit dem Ticket nach Tokio belohnt; alles weitere ist Kür. Und im kommenden Jahre warten schon die Europameisterschaften in München und die Weltmeisterschaften in Eugene im Staate Oregon (USA) auf ihn, bevor er im Zenit seiner Hammerwurfkarriere die Olympischen Spiele in Paris 2024 ins Visier nehmen kann. Dann wird zweifellos auch die Medaillenfrage im Raum stehen, denn die diesjährigen Trainingsweiten zwischen 76m und 78m geben Hoffnung, dass die Karriere jetzt erst beginnt; zumal sich die Technik 2021 erstmals dem Optimum angenähert hat. Im kommenden Jahr wird er diese Leistung und auch mehr auf den Ring bringen, sind sich alle Trainer sicher. Denn natürlich muss Tristan noch mehr Erfahrungen bei Großereignissen auf dem internationalen Hammerwurfparkett sammeln. Bevor Tristan am 22. Juli ins Flugzeug nach Tokio steigt, wird er noch einmal bei den Bayerischen Meisterschaften am 18. Juli in Erding in den Ring steigen, um im Wettkampfrhythmus zu bleiben. 

Es gibt zwei japanische Sprichwörter, die ihn auf dem Weg in die ostasiatische Metropole begleiten sollen: 1. Jeder vorstehende Nagel wird eingehämmert. 2. Je höher der Baum, desto neidischer der Wind. 

Tristan Schwandke knackt 25 Jahre alten Bayerischen Rekord

Der 28-jährige Hammerwerfer vom TV Hindelang untermauerte bei den renommierten Halleschen Werfertagen an diesem Wochenende seinen Führungsanspruch unter den deutschen Hammerwerfern und positionierte sich im Vorfeld der Olympischen Spiele in Tokio auch international ausgezeichnet. In Deutschland wirft er im dritten Jahr in Folge ungeschlagen; und auch in Halle an der Saale, das jedes Jahr zum Treffpunkt der Werfereliten avanciert, blieb er der Herr aller Ringe. Seine herausragende Wurfserie in Halle – zwei Würfe über der 73-Meter-Marke und der dritte mit 74.25 Metern – bringt den Athleten einen deutlichen Schritt weiter auf seinem Weg in Richtung Tokio. Schwandkes Weite bedeutete nicht nur den ersten Platz, sondern auch eine neue persönliche Bestweite. Und das Allerbeste zum Schluss: mit 74,25 Metern warf er neuen bayerischen Rekord und löste den alten von Andreas Sporrer im Jahr 1997 aufgestellten nach 24 Jahren ab.Der frischgebackene bayerische Rekordhalter gibt sich nach dem Wettkampf zuversichtlich: “Da geht noch deutlich mehr, meine Form stimmt zurzeit und ich entwickle mich kontinuierlich weiter. Ein paar Stellschrauben sind noch zu drehen und dann sollte es mir gelingen, auch international sehr weit vorn zu landen. Gleichzeitig steht für mich aber auch fest, dass eine sehr gute Form noch lange kein Garant für Siege oder eine Olympiaqualifikation ist. Ich bewahre mir immer auch ein Quäntchen Demut, denn im Sport liegen Sieg und Niederlage sehr eng beinander.” Sein Ziel, Tokio zu erreichen, stellt er damit natürlich nicht in Frage. In den kommenden Wochen geht es bis Ende Juni jedes Wochenende an den Start, in vierzehn Tagen zu den Team-Europameisterschaften nach Chorzów in Polen und am 5./6. Juni zu den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften nach Braunschweig. Am Ende wünscht sich Schwandke dann für die ganze Anstrengung mit einem Ticket nach Tokio belohnt zu werden. 

Tristan Schwandke wird mit einem einzigen Wurf Bayerischer Meister

Die Wettkampfsaison 2020 verlief für den Hammerwerfer Tristan Schwandke alles andere als rund. In Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio erzielte er bereits Anfang des Jahres Trainingsweiten jenseits der 75-Meter-Marke und warf bereits im ersten Wettkampf in St. Gallen 73,23 Meter. Besser hätte es nicht laufen können, hätte da nicht die Corona-Krise alle Pläne von heute auf morgen zunichte gemacht. Viermal ist der Athlet vom TV-Hindelang über einen Zeitraum von einem halben Jahr zum Wettkampf angetreten. Vier Starts, vier Siege und den Deutschen Meistertitel. Alles perfekt sollte man glauben. “Perfekt”, gibt Tristan deutlich zu verstehen, “sieht völlig anders aus”. Denn der Lockdown sperrte den Zugang zu allen Trainingseinrichtungen und ám Ende sollte es noch schlimmer kommen, denn kurz vor den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig, die erstmals ohne Publikum stattfanden, verletzte sich Schwandke am Rücken. Diese Verletzung begleitete ihn bis zu den Bayerischen Meisterschaften am vergangenen Wochenende in Erding. Vor dem Start fühlte er sich gut, auch der Rücken schien mitzuspielen. 

Zwei Einwürfe um die 72 Meter stellten sehr gute Weiten in Aussicht. Was niemand der Zuschauer wusste, beim zweiten Wurf brach die alte Rückenverletzung unverhofft wieder auf und Tristan musste überlegen, ober er überhaupt in den Wettkampf einsteigt. “Einer geht immer”, dachte er, bestärkt durch seine Erfahrungen während der Deutschen Meisterschaften. Und in der Tat katapultierte er sich mit für ihn zwar bescheidenen 68,07 Metern vor Alexander Attila Gleixner (45,68 Meter) und  Armin Beham (42,92 Meter) auf Platz eins. “Dem Tüchtigen steht das Glück zur Seite,” sagte er während der Siegerehrung im nahezu menschenleeren Stadion. Jetzt will er erst einmal pausieren, die Verletzung endgültig auskurieren und sich in einer hoffentlich Corona freien Zeit intensiv auf die Olympischen Spiele vorbereiten. “Die Saison war durch die Unterbrechungen und meine gesundheitlichen Probleme sehr lang und anstrengend. In Erding wollte ich nichts mehr riskieren. Mit meinen Trainern habe ich jetzt ein Rekonvaleszenzprogramm erarbeitet, um mich anschließend auf die olympische Saison in einem physisch und psychisch perfekten Zustand vorzubereiten.”

Tristan Schwandke verteidigt Deutschen Meistertitel erfolgreich

Mit 73,23 Metern zum Saisonauftakt und Trainingsweiten zwischen 74 und 75 Metern schien für den Athleten vom TV Hindelang  der Titel so ziemlich sicher. Denn aktuell wirft kein anderer deutscher Hammerwerfer in diesem Weitenbereich. Doch vor Gericht, auf hoher See und im Sport ist so ziemlich alles vorstellbar und möglich. Drei Wochen vor den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften in Braunschweig am 8. und 9. August verletzte sich Tristan so, dass er zwei Wochen komplett aussetzen musste und bis zum Wettkampf am letzten Samstag und drei Trainingseinheiten in Schonhaltung absolvieren konnte. Das Gefühl für den Hammer war ebenso wie der Rhythmus beim Drehen innerhalb der kurzen Zeit nicht wieder abzurufen. Weiten von 65 und 66 Metern ließen Zweifel aufkommen, ob ein Start überhaupt sinnvoll war, denn an eine Titelverteidigung war so überhaupt nicht mehr zu denken. Und auch eine Medaille war in weite Ferne gerückt.

Schwandke entschloss sich dennoch für eine Teilnahme an den publikumslosen “Geistermeisterschaften” im Braunschweiger Eintrachtstadion. Schwache Einwürfe und anschließende Weiten um die 66 Meter ließen nichts Gutes ahnen. Nachdem der erst 18-jährige Merlin Hummel ihn dann erstmals überholte, konnte Schwandke sich im 5. Wurf mit 68,74 auf Platz 1 positionieren; eine Weite, die jenseits seines üblichen Niveaus liegt, aber in diesem Wettkampf gar nicht so schlecht war. Im entscheidenden 6. Durchgang witterte Merlin Hummel seine große Chance auf den Meistertitel. Mit 69,53 Metern übernahm er jetzt klar die Führung. Was blieb, war der letzte Wurfe Schwandkes. 

Nicht korrekt angedreht, den falschen Winkel erwischt, Fehler in der Rotation, ein Netzwurf oder einer jenseits des Sektors, die Möglichkeiten, jetzt den Titel abzugeben, waren so vielfältig wie die nervliche Belastung. Es gleicht der Aufregung des Elfmeterschützen im entscheidenden Moment des Spiels. Und neben den technischen Feinheiten muss am Ende natürlich auch die Weite stimmen. Für manch einen wäre bereits beim Betreten des Rings alles verloren gewesen; nicht so für Tristan. Konzentriert schaute er sich im Ring vor dem Start um, visierte die 70-Meter-Linie des Wurfsektors und setzte alles auf eine Karte. Dem Tüchtigen steht das Glück zur Seite, heißt es, in diesem Fall kamen Können, Routine und Glück zusammen. Mit souveränen 70,85 Meter holte sich Tristan Schwandke zum zweiten Mal in Folge den deutschen Meistertitel im Hammerwerfen und setzte so seine Erfolgsserie fort. Auf die Frage, ob er zufrieden gewesen sei, bezieht er klar Stellung:”Ich bin mehr als zufrieden. Mit meiner Verletzung und lediglich drei Trainingseinheiten im Vorfeld der Meisterschaften, war es für mich klar, dass ich in Braunschweig scheitern könnte, zumal mit Merlin Hummel und Fabio Heßling zwei Werfer am Start waren, die über 70 Meter werfen können, wenn auch noch keiner von ihnen 70,85 Meter geworfen hatte. Dass Merlin seine Chance mit Kühnheit nutzen würde, wusste ich. Ich machte mir aber vor dem letzten Wurf auch immer wieder bewusst, dass es an den vorgelegten 69,53 Metern nicht scheitern sollte; von einem so jungen Athleten jetzt einfach geschlagen zu werden, dass war einfach keine Option für mich. Insofern legte ich alles in den letzten Wurf, gewann Gold und bin trotz der bescheidenen Weite hochzufrieden. Jetzt konzentriere ich mich auf die Wiederherstellung meiner Gesundheit und denke, dass ich auch in diesem Jahr noch meine persönliche Bestleistung von 74,03 Metern steigern und dann in die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele im nächsten Jahr gehen kann.”

Perfekte Wurfserie im Vorfeld zur Deutschen Meisterschaft

Saisonstart von Tristan Schwandke in St. Gallen und Langenbrand

Aufgrund der Corona-Krise musste der Bad Hindelanger Hammerwerfer und Deutsche Meister, Tristan Schwandke, lange auf den Saisonstart warten. Am vergangenen Wochenende aber war es dann endlich soweit und auf dem Terminplan standen gleich zwei Hammerwurf-Events: Das Internationale Bodensee-Leichtathletik-Meeting in St. Gallen (Schweiz) am 4. Juli und am darauffolgenden Tag das Traditions-Meeting “Werfen nach Musik” in Langenbrand im Schwarzwald, für das sich 77 Hammerwerfer angemeldet hatten.

Nur einen Tag später gewann er in Langenbrand nach einer herausragenden Serie von Weiten über 71 Meter mit 72,60 Metern, die auch gleichzeitig den Stadionrekord bei den Männern bedeuteten. 

Mit diesen Leistungen ist er aktuell nicht nur der beste Hammerwerfer Deutschlands, sondern auch klarer Favorit für die bevorstehenden Deutschen Leichtathletikmeisterschaften in Braunschweig am 8. und 9. August. Zufrieden war der Hindelanger dennoch nicht, denn die Trainingsleistungen der letzten beiden Wochen ließen eine neue persönliche Bestweite geradezu als sicher erscheinen. Tristan:”Wahrscheinlich ist es ein Klagen auf sehr hohem Niveau; aber aufgrund meiner aktuellen Form war ich mir ziemlich sicher, dass an diesem Wochenende auch ein 75-Meter-Wurf möglich sein würde; aber im Sport ist alles möglich und meine Rückenmuskulatur hatte bereits am Freitag etwas zugemacht und so eine bessere Weite verhindert. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Jetzt fokussiere ich mich ganz auf die deutschen Meisterschaften und setze dort auf den großen Wurf.”

Gleich zum Saisonauftakt konnte Schwandke zwei weitere Erfolge in seiner Karriere verbuchen. Mit 73,23 Metern holte er in St. Gallen souverän seinen ersten Sieg im laufenden Jahr. Damit lag er schon einmal 23 Zentimeter über jener Weite, die ihm im vergangenen Jahr zum Deutschen Meistertitel bescherte. 

Im Vorfeld der deutschen Meisterschaften positionierte sich Tristan Schwandke in St. Gallen und Langenbrand als einer der Top-Anwärter auf den Titel. 

Der Sonderpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten wurde Tristan Schwandke vom Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Stephan Mayer (rechts im Bild), übergeben.

Markus Söder ehrt Tristan Schwandke

Den Top-Athleten, Trainern, Teams und Kamprichtern Bayerns wird jedes Jahr im Rahmen einer Galaveranstaltung des Bayerischen Leichtathletikverbandes eine besondere Ehre zuteil; sie werden mit dem Bayern Star ausgezeichnet. In der Vergangenheit konnte der erfolgreiche Hammerwerfer Tristan Schwandke vom TV Hindelang beinahe jedes Jahr seine Trophäensammlung weiter komplettierten. Auch in diesem Jahr wurde der Deutsche Meister und Silbermedaillengewinner der Team Europameisterschaft 2018 gemeinsam mit seinen beiden Erfolgstrainern, Björn und Wolfgang Kötteritzsch, zur Preisverleihung in den Redoutensaal des alten fürstbischöflichen Opernhauses nach Passau eingeladen. Dort waren neben den zahlreichen Top-Athleten der verschiedenen Leichtathletikdisziplinen und dem Oberbürgermeister der Stadt Passau, Jürgen Dupper, auch zahlreiche Politiker sowie Führungskräfte der Sportverbände anwesend, die einmal mehr die Bedeutung des Sports im Bundesland Bayern und darüber hinaus in den Fokus rückten. 

Das Highlight des Galaabends bildete die Verleihung des Sonderpreises des Bayerischen Ministerpräsidenten. Und stets ist die Spannung vor der Laudatio, die in diesem Jahr die Jugendbildungsreferentin Iris Zacher hielt, groß. Noch größer war die Freude und Überraschung Tristan Schwandkes, als er auf die Bühne gebeten wurde, um den Preis des Ministerpräsidenten Markus Söders aus den Händen des Staatssekretärs im Bundesinnenministerium, Stephan Mayer, entgegenzunehmen. Für den 27-jährigen Athleten bildete dieser Preis den Abschluss einer überragenden Saison. National die gesamte Saison über ungeschlagen, Platz 1 beim internationalen Leichtathletik-Meeting in Luzern und die bereits zitierten Erfolge, besser hätte die Saison nicht verlaufen können. Im Augenblick widmet sich Tristan Schwandke der Vorbereitung auf die nächst Saison. Sein erklärtes Ziel ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio und die Europameisterschaften in Paris im kommenden Jahr.

Tristan Schwandke beendet die Saison und nimmt Kurs auf Tokio

Am letzten Wochenende startete der Hammerwerfer vom TV Hindelang beim Wurfmeeting in Haßloch beim GT&S Drinks – Hammerwurfcup in zwei Wettkämpfen und siegte mit 72,24 Meter und 72,64 Metern souverän. 11 seiner 12 Würfe landeten jenseits der 70 und vier davon über der 72-Meter-Marke. Gleichzeitig beendete Schwandke damit die erfolgreichste Saison seiner Sportlerkarriere. Elfmal trat er national an, elfmal siegte er und holte sich sämtliche zu vergebenden nationalen Titel – als Krönung den deutschen Meistertitel im Berliner Olympiastadion am 3. August und eine Woche später im polnischen Bydgoszcz bei der Team Europameisterschaft die Silbermedaille. Viermal steigerte er seine persönliche Bestweite, bis der Hammer beim internationalen Spitzenleichtathletik Meeting in Luzern bei 74,03 Metern in den Rasen einschlug . Diese Weite reichte für sein erstes Gold bei einem internationalen Wettkampf und stellte gleichzeitig die halbe Norm für die Teilnahme an den Leichtathletik Weltmeisterschaften in Doha Ende September dar. Ein weiterer 76-Meter-Wurf wäre erforderlich gewesen, um dann auch tatsächlich auf die arabische Halbinsel reisen zu dürfen. 

Tristan verzichtete darauf; einerseits ist es ungewiss, ob er in dieser Saison sich noch einmal um zwei Meter hätte steigern können, gibt er zu verstehen, andererseits hätte er bis Oktober im Wettkampfmodus bleiben müssen. Dies passe aber nicht zur Planung seines nächsten großen Ziels, der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio im nächsten Jahr. Als ihn der Allgäu-Hit-Moderator  Thomas Häuslinger auf der Allgäuer Festwoche am letzten Sonntag in der Interviewreihe „Sport vor Ort“  fragte, warum er Doha nicht mehr anpeile, entgegnete Schwandke, dass er in der laufenden Saison all seine Ziele und sogar noch mehr erreicht habe. Durchschnittlich habe er in dieser Saison vier bis fünf Meter über den Vorjahresweiten geworfen. “Die Wettkampfzeit war für mich extrem anstrengend – ich bin tausende von Kilometern gefahren -, deshalb möchte ich die Saison nicht mit Zwang bei ungewissem Ausgang verlängern. Ich beginne jetzt sofort mit dem Training für  die kommende Saison, in der ich wieder Deutscher Meister werden und mir den Traum einer Teilnahme bei den Olympischen Spielen erfüllen möchte. Und hierfür brauche ich eine perfekte Vorbereitung.” Anfang September geht es für den 27-jährigen Athleten aber zunächst auf eine zweiwöchige Norwegenkreuzfahrt. Anschließen beginnen der intensive Kraftaufbau und die weitere Optimierung der Technik. Geplant ist während der Wintermonate unter anderem ein Hallentraining in der Schweiz. Bereits im März heißt es im kommenden Jahr topfit zu sein, denn beim Winterwurf Europacup in Portugal geht es nicht nur um den Sieg, sondern auch um wertvolle Punkte für Olympiaqualifikation. 

Tristan Schwandke ist Vize-Team-Europameister

Exakt eine Woche nach dem Titelgewinn im Hammerwurf bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Berlin setzte der Athlet vom TV-Hindelang seine Erfolgsserie am vergangenen Wochenende im polnischen Bydgoszcz fort. Für ihn war die Team-Europameisterschaft das Debut auf der ganz großen internationalen Bühne. Auf Rang 7. im Vorfeld gesetzt, erfüllte Tristan die Erwartungen und holte mit 71,27 Meter wichtige Punkte für das Team; denn am Ende gewannen die deutschen Leichtathleten mit nur einem Punkt vor Frankreich die Silbermedaille. Gold ging an das Gastgeberland.

Lediglich drei Würfe (bei Einzelwettkämpfen sind es sechs) sind den Athleten im Team-Wettkampf gestattet. Da muss im Grunde jeder Wurf sitzen. Zwar hätte sich der Hindelanger eine noch größere Weite vorgestellt, doch der extrem stumpfe Ring reduzierte auch bei allen anderen Hammerwerfern ihre gewohnten Weiten um zwei bis drei Meter. Noch mehr Schwierigkeiten sollten damit die Diskuswerfer haben. Auf seinem mittlerweile dritten internationalen Wettkampf überzeugte Schwandke durch seine gewohnte Nervenstärke; seit vier Jahren hat bei einer Team-Europameisterschaft kein deutscher Hammerwerfer weiter als er geworfen. Auf diesen Lorbeeren möchte er sich aber nicht ausruhen, denn schon am nächsten Wochenende geht es in Haßloch erneut in den Ring. Zahlreiche Kaderathleten haben ihre Teilnahme bestätigt, denn es geht darum, eventuell noch die 2. Norm für eine Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Doha Ende September zu werfen. Tristan sieht dies nach der bislang erfolgreichsten Saison seiner Hammerwurf-Karriere gelassen: “Doha war in diesem Jahr noch kein Ziel für mich. Sollte es dennoch klappen, wäre ich nicht traurig. Im Fokus habe ich die Olympischen Spiele in Tokio. Wenn ich am kommenden Wochenende noch den Bayerischen Rekord knacken könnte, wäre allein das ein krönender Abschluss.” Der steht bei 74,16 Metern, wurde 1996 von Alexander Sporrer geworfen und ist durchaus in realistischer Wurfweite. Tristans aktuelle persönliche Bestweite beträgt 74,03 Meter.

Rückblick: Tristan Schwandke wird im Berliner Olympiastadion Deutscher Meister

Die Deutschen Leichtathletik Meisterschaften am 3./4. August in Berlin waren seit letztem Jahr das Ziel des Hammerwerfers Tristan Schwandke vom TV Hindelang. Und dieses Ziel war ganz klar mit dem Titelgewinn verknüpft. Am vergangenen Samstag wurde für Tristan dieser Traum nun Wirklichkeit. In einem fulminanten Wettkampf, in dem er wieder einmal von Beginn an das Feld mit deutlichem Abstand dominierte, gewann er Gold und seinen ersten Deutschen Meistertitel im Hammerwurf. Tristan: “Vor dieser grandiosen Kulisse den Titel mit nach Hause nehmen zu können, das habe ich mir immer gewünscht. Meinen beiden Trainern, Wolfgang und Björn Kötteritzsch und meinen Eltern bin ich unendlich dankbar dafür, dass Sie mir diesen Traum mit ihrem unermüdlichen Einsatz erfüllt haben; das ist keine Selbstverständlichkeit.” Deutscher Meister mit 73 Metern vor Simon Lang ( 68,01 Meter) und dem Titelverteidiger Johannes Bichler ( 66,95 Meter), hieß es  in der Übertragung der ARD. Als der Kommentator “Tristan Schwandke vom TV Hindelang”, sagte, hatte das einen besonderen Charme, denn Bad Hindelang neben Berlin, Leverkusen, Chemnitz und vielen anderen Leichtathletik-Hochburgen, das hat etwas Besonderes. So wie Tristan eine ganz besondere Saison hinter und vielleicht auch noch vor sich hat. Er gewann alle nationalen Wettkämpfe, holte sämtliche Titel in diesem Jahr und qualifizierte sich für die Team-Europameisterschaft in Polen am kommenden Wochenende. 

Dort könnte ihm vielleicht doch noch der ganz große Wurf, die Qualifikation für die Leichtathletik Weltmeisterschaften in Doha Ende September gelingen. Die geforderten 74 Meter hat er bereits überworfen – es fehlen “nur” noch die 76 Meter. Doch mit solchen Überlegungen spielt der 27jährige Athlet allerdings erst gar nicht: “Der Gewinn des deutschen Meistertitels war für mich in dieser Saison das höchste Ziel und die Teilnahme an den Olympischen Spielen im nächsten Jahr in Tokio kommt jetzt als zweites hinzu. Eines habe ich erreicht, an meiner Japanreise arbeite ich; alles andere wäre aktuell eine schöne Zugabe.” 

Tristan Schwandke wirft halbe WM-Norm für Doha

Tristan Schwandke gewinnt Hammerwurf-Wettkampf beim internationalen Spitzenleichhtathletik-Meeting in Luzern


Wenn es einmal läuft, dann läuft es; auf diese einfache Formel könnte man die diesjährige Saison des Hammerwerfers Tristan Schwandke vom TV Hindelang bringen. Seit dem Start der Wurfsaison hat er alle nationalen Wettkämpfe für sich entscheiden können. Und beim internationalen Werfermeeting in Fränkisch-Crumbach im Mai glänzte er mit persönlicher Bestleistung von 73,68 Meter und einem hervorragenden 6. Platz im stark besetzten Feld. Damit konnte er sich erstmals auch auf internationaler Bühne einen Namen machen. 
Am vergangenen Wochenende gewann er in St. Gallen mit 73,23 Meter und bestätigte damit seine Spitzenposition in Deutschland. Nur ein einziger Wurf landete unterhalb der 71-Meter-Marke; und dies bei unwetterartigen Verhältnissen. 

Am 9. Juli startete Tristan dann beim internationalen Spitzenleichtathletik-Meeting in Luzern, krönte seine Karriere erstmals auf internationaler Ebene mit einem Sieg vor dem Italiener Marco Lingua (72,16 Meter) und dem Briten Chris Bennett (ebenfalls 72,16). Gleichzeitig setzte er seinen diesjährigen Höhenflug mit einer weiteren persönlichen Bestweite von 74,03 Metern fort. Eine grandiose Leistung, die ihn einen deutlichen Schritt weiter auf dem Weg in  Richtung Tokio und internationale Wettkämpfe führt. Mit dem Überwerfen der 74-Meter-Marke hat er denn auch die halbe Norm für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha vom 27.09.-06.10.2019 geschafft.