Dopingsumpf und kein Ende: Russischer Hammerwerfer Kirill Ikonnikov positiv getestet

Der russische Hammerwerfer Kirill Ikonnikov (Bestleistung: 80,71m), der den fünften Platz bei den olympischen Spielen 2012 in London belegte, wurde wiederholt positiv getestet.

In den vergangenen Jahren wurden bereits drei weißrussische Hammerwerfer des Dopings überführt. Ivan Tikhon wurden nachträglich die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen, der Weltmeistertitel 2005 und die Bronzemedaille bei den olympischen Spielen 2008 wegen positiven Tests auf anabole Steroide aberkannt. 2005 hatte er nur einen Zentimeter unter dem von Jurij Sedych (UdSSR) gehaltenen Weltrekord (86,74m) geworfen.
Sein weißrussischer Kollege Wadim Dewjatowski, Olympiazweiter, wurde mehrmals des Dopings überführt. Bei der WM 2005 und bei den olympischen Spielen 2008 in Peking. Im Jahr seines ersten Dopingvergehens 2005, konnte Dewjatowski eine Weite von 84,90 Meter erzielen.

Ein weiterer weißrussischer Hammerwerfer Pawel Krywizki kann sich ebenfalls auf der Liste der gedopten Sportler platzieren. Der WM-Vierte von 2014 wurde positiv auf eine Wachstumshormon getestet. Bis zum zehnten Juni 2019 wurde er nun gesperrt.
Interessant ist auch anzumerken, dass Ralf Haber, DDR Meister von 1984, den Deutschen Rekord mit 83,40 Meter hält, der bis heute noch Bestand hat.
In Unterlagen „Staatsdoping in der DDR“ taucht auch der Name Haber auf.

Natürlich sind nicht nur zahlreiche Athleten aus dem ehemaligen Ostblock gedopt. Und Doping ist selbstverständlich auch kein spezifisches Problem der Hammerwerfer. Gedopt wird in allen Disziplinen und in allen Nationen; lediglich die Systematik des Dopings und die Vertuschungspraxis weist Unterschiede auf. Den sogenannten “Ausnahmeathleten” gibt es nur in der Phantasie sportbegeisterter Zuschauer, die sich unbewusst in den Dopingsumpf des Spritzensports ziehen lassen. Der Leistungssport ist flächendeckend verseucht.
An dieser Stelle sei auch die Frage erlaubt, warum ausgerechnet das Inselvolk der Jamaikaner mit den schnellsten Läuferinnen und Läufern gesegnet sein sollte, während es nicht einmal ein Milliardenvolk wie China schafft, diesen “Sportlern” etwas entgegen zu setzen? Und selbstverständlich sollten beim Thema Leistungssport in China ebenfalls sofort die Apothekenglocken klingeln.

Abzuwarten bleibt, ob die russische Mannschaft von den Olympischen Spielen wegen systematischen Dopings tatsächlich ausgeschlossen wird. Das dies nicht passieren wird, ist trotz der massiven Vorwürfe sehr wahrscheinlich. Es scheint trotz der hohen Zahl von Dopingfällen überhaupt kein Interesse zu geben, sämtliche vorhandenen Proben der Athleten aus den letzten zehn Jahren prüfen zu lassen. Dies würde die Zahl der Dopingfälle noch einmal nach oben schnellen lassen. Und dies vor dem Hintergrund, das maximal 50 Prozent der eingesetzten Dopingmittel überhaupt nachweisbar sind.

Man möchte sich offensichtlich nicht das Milliardengeschäft entgehen lassen. Der Sportler ist nur noch Mittel zum Zweck. Wenn er Gold geholt hat, ist er ein Held; Silbermedaillengewinner haben bereits verloren. Die anderen sportlichen “Mäuschen” treten erst gar nicht an. Und wenn der gefeierte Athlet am Ende an den Folgen des Dopings elend verreckt, wird er zur Randnotiz in der Rubrik “Abschiede”. Leistungssport und Kommerz sind im Laufe der Sportgeschichte eine unheilige Allianz eingegangen. Und sollten eines Tages den Olympioniken die Sponsorengelder ausgehen, werden sie sehen, wie verkommen sie doch eigentlich sind. Das wird wohl nie der Fall sein und deshalb muss die Verkommenheit von den wenigen Aufrechten ans Tageslicht gebracht werden – wie jenem Reporter der ARD, der gestern wieder einmal eindrucksvoll seine Recherchen im Fernsehen dem Publikum präsentierte.

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