Tristan Schwandke beendet die Saison und nimmt Kurs auf Tokio

Am letzten Wochenende startete der Hammerwerfer vom TV Hindelang beim Wurfmeeting in Haßloch beim GT&S Drinks – Hammerwurfcup in zwei Wettkämpfen und siegte mit 72,24 Meter und 72,64 Metern souverän. 11 seiner 12 Würfe landeten jenseits der 70 und vier davon über der 72-Meter-Marke. Gleichzeitig beendete Schwandke damit die erfolgreichste Saison seiner Sportlerkarriere. Elfmal trat er national an, elfmal siegte er und holte sich sämtliche zu vergebenden nationalen Titel – als Krönung den deutschen Meistertitel im Berliner Olympiastadion am 3. August und eine Woche später im polnischen Bydgoszcz bei der Team Europameisterschaft die Silbermedaille. Viermal steigerte er seine persönliche Bestweite, bis der Hammer beim internationalen Spitzenleichtathletik Meeting in Luzern bei 74,03 Metern in den Rasen einschlug . Diese Weite reichte für sein erstes Gold bei einem internationalen Wettkampf und stellte gleichzeitig die halbe Norm für die Teilnahme an den Leichtathletik Weltmeisterschaften in Doha Ende September dar. Ein weiterer 76-Meter-Wurf wäre erforderlich gewesen, um dann auch tatsächlich auf die arabische Halbinsel reisen zu dürfen. 

Tristan verzichtete darauf; einerseits ist es ungewiss, ob er in dieser Saison sich noch einmal um zwei Meter hätte steigern können, gibt er zu verstehen, andererseits hätte er bis Oktober im Wettkampfmodus bleiben müssen. Dies passe aber nicht zur Planung seines nächsten großen Ziels, der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio im nächsten Jahr. Als ihn der Allgäu-Hit-Moderator  Thomas Häuslinger auf der Allgäuer Festwoche am letzten Sonntag in der Interviewreihe „Sport vor Ort“  fragte, warum er Doha nicht mehr anpeile, entgegnete Schwandke, dass er in der laufenden Saison all seine Ziele und sogar noch mehr erreicht habe. Durchschnittlich habe er in dieser Saison vier bis fünf Meter über den Vorjahresweiten geworfen. „Die Wettkampfzeit war für mich extrem anstrengend – ich bin tausende von Kilometern gefahren -, deshalb möchte ich die Saison nicht mit Zwang bei ungewissem Ausgang verlängern. Ich beginne jetzt sofort mit dem Training für  die kommende Saison, in der ich wieder Deutscher Meister werden und mir den Traum einer Teilnahme bei den Olympischen Spielen erfüllen möchte. Und hierfür brauche ich eine perfekte Vorbereitung.“ Anfang September geht es für den 27-jährigen Athleten aber zunächst auf eine zweiwöchige Norwegenkreuzfahrt. Anschließen beginnen der intensive Kraftaufbau und die weitere Optimierung der Technik. Geplant ist während der Wintermonate unter anderem ein Hallentraining in der Schweiz. Bereits im März heißt es im kommenden Jahr topfit zu sein, denn beim Winterwurf Europacup in Portugal geht es nicht nur um den Sieg, sondern auch um wertvolle Punkte für Olympiaqualifikation. 

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