Tristan Schwandke ist nicht mehr zu halten und wirft sich von Rekord zu Rekord

Der Hammerwerfer Tristan Schwandke vom TV Hindelang gab am Pfingstsonntag beim 17. Hammerwurf-Meeting in Fränkisch-Crumbach sein Debüt auf der internationalen Hammerwurfbühne. „Die Welt im Dorf“, so wirbt der Veranstalter für sich. Und in der Tat versammelte sich zum 17. Mal in der kleinen Odenwalder Gemeinde die internationale Weltklasse im Hammerwurf.  Aufgeteilt in zwei Startergruppen, konnte Schwandke aufgrund seiner Leistungen in laufenden Jahr erstmals in Gruppe A in den Ring steigen. Und mit ihm waren unter anderem Chris Bennett (Britischer Meister 2016), Eivind Henriksen (Neunfacher Norwegischer Meister), Adam Keenan (Kanadischer Meister 2017/2018) und Olympiateilnehmer Conor McCullough aus den USA am Start. Um in den Endkampf unter die besten 8 zu kommen, musste Schwandke bereits im Vorkampf an seine derzeitigen Bestweiten anknüpfen können. „Mir war klar, dass man die Qualifikation nicht mit einem Sicherheitswurf erreichen würde, deshalb ging ich ab dem 2. Wurf auf Risiko.“ Diese Aufgabe meisterte der 27jährige Athlet souverän; mit 72,55 Meter erreichte er als einziger Deutscher das Finale und blieb damit nur zwei Zentimeter unter seiner aktuellen Bestweite. 

Mental und physisch bestens vorbereitet, schleuderte er den Hammer in den Würfen 4 (71,65 Meter) und 5 (71,93 Meter) knapp an die 72-Meter-Marke heran. Doch dann kam, was alle schon lange erwartet hatten. Schwandke ist bekannt dafür, die weitesten Würfe an letzter Stelle zu platzieren. Nach vier fast perfekten Drehungen und einem lauten Schrei flog der Hammer im finalen Wurf auf eine Weite von 73,68 Metern: neue persönliche Bestweite, Allgäuer und Schwäbischer Rekord sowie ein hervorragender 6. Platz vor dem Briten Chris Bennett.  Der Überflieger an diesem Tag war der Norweger Eivind Henriksen, der sich mit 78,25 Metern nicht nur Gold holte, sondern sich auch gleichzeitig den neuen norwegischen Landesrekord sicherte. 

Tristan war mehr als glücklich über seine eigene Leistung:“Ich bin mit meinem Wettkampf hochzufrieden, auch wenn es immer noch nicht die perfekten Würfe gewesen sind. Das gibt mir ebenso wie meine Trainingsleistungen die Sicherheit, dass es in dieser Saison noch weiter gehen kann. Und natürlich möchte ich heuer erstmals den deutschen Meistertitel bei den Männern am 3./4. August in Berlin holen. Darauf habe ich auch mein Training ausgerichtet. Meine Höchstform strebe ich für den August an.“ Mit seiner neuen persönlichen Rekordweite ist er jetzt mit Abstand die Nummer 1 in Deutschland und auch von den internationalen Normen nur noch einen Wimpernschlag weit entfernt.

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