Tristan Schwandke ist Vize-Team-Europameister

Exakt eine Woche nach dem Titelgewinn im Hammerwurf bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Berlin setzte der Athlet vom TV-Hindelang seine Erfolgsserie am vergangenen Wochenende im polnischen Bydgoszcz fort. Für ihn war die Team-Europameisterschaft das Debut auf der ganz großen internationalen Bühne. Auf Rang 7. im Vorfeld gesetzt, erfüllte Tristan die Erwartungen und holte mit 71,27 Meter wichtige Punkte für das Team; denn am Ende gewannen die deutschen Leichtathleten mit nur einem Punkt vor Frankreich die Silbermedaille. Gold ging an das Gastgeberland.

Lediglich drei Würfe (bei Einzelwettkämpfen sind es sechs) sind den Athleten im Team-Wettkampf gestattet. Da muss im Grunde jeder Wurf sitzen. Zwar hätte sich der Hindelanger eine noch größere Weite vorgestellt, doch der extrem stumpfe Ring reduzierte auch bei allen anderen Hammerwerfern ihre gewohnten Weiten um zwei bis drei Meter. Noch mehr Schwierigkeiten sollten damit die Diskuswerfer haben. Auf seinem mittlerweile dritten internationalen Wettkampf überzeugte Schwandke durch seine gewohnte Nervenstärke; seit vier Jahren hat bei einer Team-Europameisterschaft kein deutscher Hammerwerfer weiter als er geworfen. Auf diesen Lorbeeren möchte er sich aber nicht ausruhen, denn schon am nächsten Wochenende geht es in Haßloch erneut in den Ring. Zahlreiche Kaderathleten haben ihre Teilnahme bestätigt, denn es geht darum, eventuell noch die 2. Norm für eine Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Doha Ende September zu werfen. Tristan sieht dies nach der bislang erfolgreichsten Saison seiner Hammerwurf-Karriere gelassen: „Doha war in diesem Jahr noch kein Ziel für mich. Sollte es dennoch klappen, wäre ich nicht traurig. Im Fokus habe ich die Olympischen Spiele in Tokio. Wenn ich am kommenden Wochenende noch den Bayerischen Rekord knacken könnte, wäre allein das ein krönender Abschluss.“ Der steht bei 74,16 Metern, wurde 1996 von Alexander Sporrer geworfen und ist durchaus in realistischer Wurfweite. Tristans aktuelle persönliche Bestweite beträgt 74,03 Meter.

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