Tristan Schwandke wird mit einem einzigen Wurf Bayerischer Meister

Die Wettkampfsaison 2020 verlief für den Hammerwerfer Tristan Schwandke alles andere als rund. In Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio erzielte er bereits Anfang des Jahres Trainingsweiten jenseits der 75-Meter-Marke und warf bereits im ersten Wettkampf in St. Gallen 73,23 Meter. Besser hätte es nicht laufen können, hätte da nicht die Corona-Krise alle Pläne von heute auf morgen zunichte gemacht. Viermal ist der Athlet vom TV-Hindelang über einen Zeitraum von einem halben Jahr zum Wettkampf angetreten. Vier Starts, vier Siege und den Deutschen Meistertitel. Alles perfekt sollte man glauben. “Perfekt”, gibt Tristan deutlich zu verstehen, “sieht völlig anders aus”. Denn der Lockdown sperrte den Zugang zu allen Trainingseinrichtungen und ám Ende sollte es noch schlimmer kommen, denn kurz vor den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig, die erstmals ohne Publikum stattfanden, verletzte sich Schwandke am Rücken. Diese Verletzung begleitete ihn bis zu den Bayerischen Meisterschaften am vergangenen Wochenende in Erding. Vor dem Start fühlte er sich gut, auch der Rücken schien mitzuspielen. 

Zwei Einwürfe um die 72 Meter stellten sehr gute Weiten in Aussicht. Was niemand der Zuschauer wusste, beim zweiten Wurf brach die alte Rückenverletzung unverhofft wieder auf und Tristan musste überlegen, ober er überhaupt in den Wettkampf einsteigt. “Einer geht immer”, dachte er, bestärkt durch seine Erfahrungen während der Deutschen Meisterschaften. Und in der Tat katapultierte er sich mit für ihn zwar bescheidenen 68,07 Metern vor Alexander Attila Gleixner (45,68 Meter) und  Armin Beham (42,92 Meter) auf Platz eins. “Dem Tüchtigen steht das Glück zur Seite,” sagte er während der Siegerehrung im nahezu menschenleeren Stadion. Jetzt will er erst einmal pausieren, die Verletzung endgültig auskurieren und sich in einer hoffentlich Corona freien Zeit intensiv auf die Olympischen Spiele vorbereiten. “Die Saison war durch die Unterbrechungen und meine gesundheitlichen Probleme sehr lang und anstrengend. In Erding wollte ich nichts mehr riskieren. Mit meinen Trainern habe ich jetzt ein Rekonvaleszenzprogramm erarbeitet, um mich anschließend auf die olympische Saison in einem physisch und psychisch perfekten Zustand vorzubereiten.”

0
Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.