Tristan wird mit 70,13 Meter “Bayerischer Rasenkraftmeister”

Tristan Schwandke TSV Trauchgau TV Hindelang Rasenkraftsport Armin's Sporthäusle

Die Saison begann für Tristan verhalten, die Leistungen lagen weit unter denen des Vorjahres. Statt 70m nur 65m. Für Tristan allerdings kein Grund zur Sorge. Was für  Außenstehende auf den ersten Blick nicht einzusehen ist, erschließt sich, wenn man die Hintergründe für den “Leistungsabfall” näher beleuchtet. Um an die Weltspitze zu gelangen, muss man spätestens im Alter von 28 Jahren 75m bis 78m weit werfen. Die 70-Meter-Marke ist dabei so etwas wie die Eintrittskarte in die Champions-League des Hammerwerfens.

Tristan hatte sie bereits mehrfach im letzten Jahr überworfen. Nach zwei Jahren Training bei verschiedenen Kader- und Bundestrainern kam er 2015 zu der Erkenntnis, dass es verschiedene Trainingsansätze und Technikvorstellungen der Trainer gab, die miteinander einfach nicht harmonierten. Im Vertrauen auf die Kompetenz der Berufstrainer war er zwei Jahre lang mal dem einen, mal dem anderen Konzept gefolgt, nur um am Ende erkennen zu müssen, dass keines ihn auch nur annähernd auf Kurs in Richtung 75 und mehr Meter bringen würde. “Rückblickend waren die beiden Jahre für mich eine verlorene Trainingszeit. Ich habe leider erst spät erkannt, dass theoretische Trainingsmodelle eben nur Theorie sind und für die Praxis nicht taugen. Da Hammerwerfer aber erst im Alter von 28 Jahren ihren Leistungszenit haben, bin ich trotzdem optimistisch geblieben, zumal meine Kraftwerte exzellent sind. Was fehlte, war einfach die Technik, und niemand konnte mir hier eine plausible und praktikable Hilfestellung geben”, resümiert Tristan.

Im Herbst letzten Jahres fiel deshalb die Entscheidung, die “Reset-Taste” zu drücken, das Training gemeinsam mit seinen Eltern völlig neu aufzubauen und somit auf externe Trainer vollständig zu verzichten. Elmo Schwandke ist ja bereits seit Tristans Start in die Hammerwurf-Welt sein ausgesprochen erfolgreicher Trainer im Bereich Kraftaufbau und Gewichtheben. Im Rahmen der Technikumstellung, die sicherlich noch die gesamte Saison 2016 brauchen wird, um eine solide Basis für Tristans sportliche Weiterentwicklung zu legen, hat sich seine Leistung von Saisonbeginn bis heute kontinuierlich wieder nach oben entwickelt. Bei nahezu jedem Wettkampf konnte Tristan seine jeweilige Saisonbestleistung steigern. Und die Trainingsleistungen der jüngsten Zeit unterstreichen die Konsolidierung der neuen Technik. Das ist auch wichtig, denn das Hammerwerfen basiert neben Kraft auf einer ausgesprochen sensiblen Technik, bei der selbst kleinste Unstimmigkeiten mehrere Meter im Positiven oder Negativen ausmachen können.

Heute trat er für den TSV Trauchgau in Augsburg bei den bayerischen Meisterschaften im Rasenkraftsport an. Dabei überwarf er seine aktuelle Saisonbestleistung um fast zwei Meter und holte sich mit 70,13 den Titel vor dem bayerischen Meister im Hammerwurf, Johannes Bichler. Den 15kg Stein warf er im Rahmen des Kraftdreikampfes auf 8,71m und das 12,5 kg-Gewicht schleuderte Tristan auf 26,00m. 2860 Punkte bedeuteten am Ende Gold und Rang 1 für den Athleten – sein in dieser Saison bislang größter Erfolg.

Zum Ende der Saison heißt es jetzt, die neue Technik zu verfeinern, um dann nach dem Urlaub ab Oktober in die  Kraftaufbauphase zu wechseln. Für das nächste Jahr sind die Ziele dann weitaus höher gesteckt. Tristan möchte bundesweit ganz nach vorn und natürlich möchte er Titel holen. Aktuell hält er an seinem Langfristziel fest, der Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Das ist nicht unrealistisch. Wenn er gesund bleibt, wird er in jenem Jahr 28 Jahre alt sein und sein Maximum ein Leistungskraft erreicht haben.

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